Firewire - Technik von heute für Peripherie von morgen

Die massgeblich von Apple entwickelte Schnittstellentechnologie Firewire hat mit den ersten PowerMacintosh G3-Systemen Einzug in die Mac-Gemeinde genommen. Mit einer Datendurchsatzrate von 400 MBit (ca. 50 MB/s) bietet sie Leistungsumfänge standardmässig, wie sie bisher nur von hyperschnellen und auch teuren SCSI-Systemen geleistet wurde.

Heutzutage ist SCSI eine aussterbende Technologie, weil diese schon nicht mehr einheitlich ist, sondern es mindestens 7 unterschiedliche SCSI-Unterstandards gibt, die sich gegenseitig nicht mehr vertragen bzw. ausbremsen.

Anders verhält sich dies bei Firewire-Laufwerken. Diese müssen nur über die von Apple standardmässig angebotene Schnittstelle anschliessbar sein, und schon ist ein Firewire-Laufwerk für den Mac verwendbar.
Im Gegensatz zu ATAPI oder IDE-Geräten besitzen Firewire-Geräte einen intelligenten Controller, der die Kommunikation mit den anderen Firewire-Geräten regelt. Aus diesem Grund ist es auch möglich, ein Firewire-Gerät bei laufendem Betrieb zu entfernen bzw. hinzuzustöpseln (Hot-Plugging).

Die Anzahl solcher Geräte hat in letzter Zeit deutlich zugenommen und auch die Kinderkrankheiten mit Problemen bei Treibern und System-APIs sind mittlerweile behoben, so dass man jetzt Firewire für jeden Gebrauch empfehlen kann.

Wir haben unterschiedliche Geräte getestet und werden diese hier auch kurz vorstellen.
So wollten wir an einen brandneuen iMac DV/400 Ruby eine zusätzliche Festplatte und einen CD-Brenner anschließen. Da der iMac standardmässig mit der allerneuesten Technologie ausgestattet ist, stellt das kein Problem dar.

FireWire-Festplatten

Es gibt eine sehr grosse Auswahl an externen Firewire-Platten, genannt FireDrives. Diese werden ähnlich wie USB-Geräte einfach an den Mac gesteckt, und sind damit eigentlich schon benutzbar. Da es aber noch keinen Standardtreiber für Firewire-Festplatten gibt, liefert jeder Hersteller mit seiner Festplatte auch noch einen Firewire-Treiber mit. Dies ist lediglich eine kleine Systemerweiterung, welche mit der Maus auf den Systemordner gezogen wird. Nach einem Neustart ist das Gerät schon auf dem Schreibtisch zu sehen und kann benutzt werden.

Hier sind einige Platten abgebildet, welche preislich sehr stark differenzieren können, was aus der Baugröße resultiert.

Wer eine zigarettenschachtelgrosse Platte immer mit dabei haben möchte, der ist mit dem Pocket-Drive von LaCie gut bedient. Es gibt sie in unterschiedlichen Speicherkategorien, angefangen von 6 GB über 12 GB bis zu 18 GB.

Preislich bewegt sich das kleinste Pocket-Drive um die 600 DM. Ein weiterer Vorteil dieser geringen Baugröße ist auch der Umstand, dass die Stromaufnahme äußerst gering ist, und das Pocket-Drive sich deswegen über den Firewire-Port mit Strom versorgt, ideal für PowerBooks oder Leute, die gerne mal schnell über diese kleine Platte Daten von Mac zu Mac tauschen möchten.

Treiber: LaCie, Formatierung: Silverlining Pro

 

Wem die Baugröße eher zweitrangig ist, der ist sehr gut bedient mit dem ComDrive. Diese Platte kommt in einem Gehäuse daher, welches optisch sehr gut zu den aktuellen PowerMacs paßt. Das transluzente Gehäuse leuchtet im Dunklen von innen, wenn auf die Festplatte zugegriffen wird.

Die kleinste Speichergröße fängt bei 20 GB an, und reicht bis 75 GB. Das 30 GB-Modell kostet um die 700 DM. Die Performance ist enorm und läßt somit AV-Anwendungen zu.

Treiber: EL GATO, Formatierung: EL GATO

Bei den Firewire-Treibern gibt es auch eklatante Unterschiede. Während der LaCie-Treiber wirklich nur einige wenige Laufwerke von LaCie unterstützt, verhält sich der Treiber EL GATO dagegen offen zu allen Firewire-Platten. Er ist ein mehrfach ausgezeichneter Universal-Treiber, der wenn er aufgespielt wird, alle anderen Treiber entsorgt, und deren Funktion übernimmt.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie einen wirklich schnellen, univarsal einsetzbaren Firewire-Treiber suchen, ist der EL GATO die beste Wahl. Er ist bei den ComDrives sowie bei anderen Herstellern bereits im Lieferumfang dabei.



Firewire-CD-Brenner:

Auch bei den CD-Brennern tut sich einiges. Die anfangs zaghaft verfügbaren USB-Brenner sind zwar überall anschließbar, haben aber das grosse Manko der schlechten Performance. So ist mit einem USB-Brenner eine maximal 4-fache Brenngeschwindigkeit möglich, und das auch nur, wenn kein anderes Gerät an diesem Bus hängt.

Firewire-Brenner dagegen haben überhaupt keine Performance-Probleme. Adaptec Toast Deluxe 4.2 kommt mit einem 8-fach oder 12-fach-Brenner optimal zurecht, um damit stabil und schnell zu brennen. Wir konnten im Verlauf unserer Tests keine Brennfehler verzeichnen.

Von LaCie gibt es einen Firewire-Brenner, der 8x CD-Rs brennt sowie CD-RWs 4x liest und schreibt.

Der Firewire-Port wird durchgeschleift, und man dann daher noch weitere Laufwerke nachschalten.

Der Brenner kostet im dunkelblauen LaCie-Gehäuse 700 DM und wird mit dem einfachen Toast 4.1 geliefert. Wenn man jedoch alle Formate brennen möchte, braucht man den kostenpflichtigen Adaptec Toast Deluxe 4.2.

 

 

Diese kleine Testkonfiguration wurde von uns verwendet, um die oben beschreibenen Geräte zu testen und auf Herz und Nieren zu überprüfen.

Wir haben an den linken iMac DV/400 Ruby alle unsere Firewire-Geräte angeschlossen. Ausserdem wurde der iMac mit Personal FileSharing als Netzwerkserver freigeschalten und hat den rechten iMac 266/Strawberry mit einem konstanten Videofluß versorgt, genauer ein ca. 50 MB froßes MPEG-File, welches bildschirmfüllend ohne Aussetzer abgespielt wurde.

Selbstverständlich befindet sich das Video-File auf der externen Firewire-Platte.

Die COMDrive-Laufwerke sind nicht nur optisch sehr schön, sondern auch sehr schnell. Sie verwenden intern eigentlich eine IDE-Platte, welche sich ohne Probleme gegen eine größere austauschen läßt, falls die Kapazität einmal nicht mehr ausreichen sollte (30 GB).

Zwar besitzen alle Firewire-Drives noch keine nativen Firewire-Platten, jedoch sind die jetzt am Markt existierenden Lösungen schon heute für alle möglichen Aufgaben sehr gut gerüstet und schnell.

Und der Preis der IDE-Platten spielt sich auch im Preis dieser externen Firewire-Lösung wieder. Wenn man eine externe SCSI-Lösung mit einer externen Firewire-Lösung vergleicht, gewinnt die Firewire-Lösung nach unserer Meinung.

Platten lassen sich wirklich problemlos an andere Macs anstöpseln und lästige ID-Konflikte sind auch nicht mehr zeigemäss.


 


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