Live-Berichterstattung von der Publishing Market in Stuttgart

Die am Montag begonnene Publishing-Messe auf dem Messegelände Killesberg soll einiges Neues auf dem Markt des Macs bieten. So ist unter anderem Mac OS X Server angekündigt, vorgestellt von Apple. Desweiteren wird von Adobe der neue Standard im PrePrint-Bereich, Adobe InDesign 1.0 präsentiert werden. Auch einen Blick auf Adobe Acrobat in der Version 4.0 ist angekündigt.

Wir waren für Euch vor Ort und haben die interessanten Aspekte und revolutionären Neuerscheinungen für Euch begutachtet.

Adobe Messestand

Die Vorstellung von Adobe InDesign 1.0 sowie von Adobe Acrobat 4.0 erfolgte ohne Abstürze, und das obwohl beide Programme noch reine Beta-Versionen waren. Dem Fachpublikum wurden die neuen Technologien sowie die sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten gut präsentiert.

Die Neuerungen bei Adobe Acrobat 4.0 kurz und prägnant :

Beim neuen Acrobat lassen sich komplette schon bestehende HTML-Seiten öffnen und anschließend als Adobe PDF speichern. Das tolle daran ist, dass sämtliche Links mit abgespeichert werden können und somit in das PDF-Dokument übernommen werden. Als weiteres Schmankerl gibt es eine Art Textmarker-Funktion, mit der beliebig auf dem PDF-Dokument Bereiche oder Sätze farblich hervorgehoben werden können. Dieser Textmarker ist eine eigene Ebene und kann deswegen nachträglich schnell und unkompliziert wieder entfernt werden. Auch Stempel wie "Druckfertig" oder "In Arbeit" sind auf diese Weise einfach und unkompliziert zu bewerkstelligen.

Die komplett neue Publishing-Plattform, Adobe InDesign, soll ein neuer Meilenstein und als neuer Adobe-Standard etabliert werden. Hier sind die Highlights kurz dargestellt :

InDesign kann fast alle bestehenden Dokumente lesen, also auch die vom direkten Konkurrenten wie Quark Soulutions, Quark XPress. Anschließend bleibt das Dokument allerdings im Adobe-Format. Das Konzept von InDesign ist ähnlich wie bei Photoshop ein offenes, also kann die Erweiterung mit Hilfe von Filtern von Drittherstellern stattfinden. Derzeit wird auch bei den Filter-Produzenten kräfig an Filtern für InDesign gearbeitet und im Sommer, beim Verkaufstart von InDesign soll somit eine Reihe von Filtern schon fertig sein.

Mac OS X Server
Mac OS X Server

Apple präsentiert den Mac OS X Server. Dieser Server bietet alles, was im typischen Druckvorstufenumfeld so gebraucht wird. Die Funktionalitäten des Mac OS X sind denen des bisherigen Apple Share IP 6.0 bei weitem überlegen, auch NT-Server geraten dadurch massiv ins Hintertreffen.

Hier die Neuheiten des Servers kurz und prägnant :

Der Mac OS X Server basiert auf einem UNIX-Kernel, was ihn atemberaubend schnell macht und so auch für bis dato UNIX-Anwendungen lauffähig macht. Das berühmte Apache-Web-Server-Programm, welches sich auf praktisch jedem Web-Server befindet, ist hier ein fester Bestandteil des Mac OS X Servers geworden. Apache selber wird Apache in einer eigenen Mac OS X-Version auf seinem Web-Server kostenlos zur Verfügung stellen, somit sind Programmupdates des Quasistandards für Web-Server auch in Zukunft gewährleistet.

Ebenso wie für den Gebrauch als Web-Server, läßt sich der X-Server mit einem leichten Mausklick in einen email-Server (POP-Server, SMTP-Server), in einen News-Server sowie in einen ftp-Server verwandeln. Dabei können alle Komponenten gleichzeitig gestartet werden, ohne dass Performanceverluste auftreten.

Die klassische Anwendung für eine Serverplattform, nämlich die als File-Server, kann der Kraftbolide von Apple selbstverständlich auch, und das besser und schneller als alles bisher dagewesene. So ist beim Kauf des Mac OS X Servers gleich eine 50-er Lizenz an Clients mit dabei und lässt sich bei Mehrbedarf leicht erweitern. Einzig gilt zu beachten, dass in der derzeitigen Version des X-Servers noch keine Windows-Clients angenommen werden, ausser über TCP/IP. Dieses Manko soll aber von Apple in der nächsten Version oder als Update behoben werden.

Als letztes sei noch die WEB Objects-Technologie zu erwähnen, welche aus dem NEXT-Bereich stammt und bis dato nur auf UNIX-Maschinen angeboten wurde. Web Objects bietet die Möglichkeit, bestehendes Datenmaterial in Firmen, egal aufwelcher Datenbankplattform diese abgespeichert sind, zu lesen und diese für Web-Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Prädestiniert sind somit Internet- oder Intranet-Lösungen, bei denen Informationen und Wissen über ein Browser-Interface aus allen Datenbanken im Unternehmen herausgeholt werden können, und somit über SQL der Zwang zur Kompatibilität mit einem Datenbankpaket zunichte gemacht wird. Unterstützt werden folgende Business-Applikationen : SAP/R3, Oracle, Baan, FileMaker Pro, Access und andere.

iMac 333 MHz

Neben der ganzen Server-Geschichte von Apple geriet ein weiteres Highlight fast schon ins Hintertreffen : Die Präsentation der neuen iMacs mit 333 MHz. Diese waren an fast allen Ständen zu sehen und zogen das Publikum magisch an. Auch die Preise auf der Messe sind unschlagbar. So kann man mehrere 100 DM sparen, wenn man sich ein iMac oder PowerMac G3 auf der Messe reserviert und danach abholt.

 

Bilder und Bericht : Christian Abele (vom 27.4.1999)

 

 

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