Wir kennen das alle – man hat einen tollen Mac mit dem besten Betriebssystem MacOS X installiert. Wir sind zufrieden, dass wir eines der absturzsichersten und technisch perfektesten Systeme haben, Viren haben bei uns keine Chance .... aber die Wirklichkeit holt einen doch ab und an ein. Wir haben das eine oder andere Programm, welches wir nicht direkt öffnen und benutzen können, weil es nur für Windows vorliegt. Oder wir haben noch ein älteres Spezialprogramm, mit dem wir in der Vergangenheit unter MacOS 9 gearbeitet haben, und wofür noch keine aktuelle Version für MacOS X gefunden haben. Nun, was tun ?

Auf keinen Fall brauchen wir uns nach einem alten PC oder Mac umzusehen, um die Programme laufen zu lassen. Es gibt eine Lösung, die sich virtueller Computer nennt: VirtualPC. Damit kann man Windows mitsamt den PC-Programmen laufen lassen. Und das ganze ganz einfach als Mac-Applikation im Fenster. Alte Mac-Programme kann man mit der Classic-Umgebung laufen lassen. Hierbei ist es aber nicht notwendig, eine Emulation zu starten, denn die Hardware war und ist ja noch die gleiche wie damals, zumindest ist sie komplett kompatibel.

 

VirtualPC 7 - Windows-Programme mitsamt Betriebssystem im Emulationsmodus laufen lassen

Prinzipiell kann man mit VirtualPC alle Betriebssysteme für Intel-PCs installieren und laufen lassen: also angefangen von Windows 95 bis Windows XP, aber auch Linux und Konsorten.

Aber warum sollte man sich dieses Absturz-Betriebssystem aus Redmond antun, noch dazu wenn man einen tollen Mac hat ? Nun, es gibt immer mal den Fall, dass man auf Windows-Programme angewiesen ist, weil es keine Mac-Version davon gibt. Zugegeben, dies werden immer weniger, aber es gibt sie. Nehmen wir einmal Microsoft Access. Das Programm ist eine Krankheit, aber trotzdem muß man unter Umständen mal damit arbeiten. Oder aber ein PC-Billigprogramm für dies und das, z.B. die Steuererklärung, oder Lohnbuchhaltung. Für all diese Fälle ist es absolut nicht notwendig, mit einem echten PC zu arbeiten, man nutzt alle Hardware vom Mac, also den teuren Monitor, den Arbeitsspeicher und das schnelle DSL-Internet.

 

Es sind derzeit 2 virtuelle Computer angelegt, einmal mit Windows 98 und einmal mit Windows XP. Man kann beide Maschinen gleichzeitig laufen lassen.

 

Hier sehen wir eine Lernsoftware, die einem Maschinenelemente-Buch kostenlos beilag. Diese ist hier mit einem virtuellen PC unter Windows 98 lauffähig.

 

Auch Windows XP sieht wie ein gewöhnliches Windows-System aus, hier bei Installieren des Service Pack 2.

 

Die Voraussetzung – ordentlich Arbeitsspeicher

Um Windows unter MacOS X in einem separaten Fenster laufen zu lassen, braucht es ordentlich Arbeitsspeicher. Denn der Mac muß neben seinem eigenen Betriebsystem MacOS X und einigen Programmen zusätzlich noch Windows im Speicher haben.

VirtualPC ist ein Programm, welches einen Intel-Prozessor und dessen Hardware emuliert, also nachahmt. Dies funktioniert im Prinzip sehr gut, man merkt keinen Unterschied zu einem echten PC, nur die Geschwindigkeit ist deutlich langsamer. Auf einem G5 mit 1,8 GHz erreicht man etwa die Geschwindigkeit eines 800 MHz-PC. Für sehr aufwendige Softwareanwendungen wie Grafikbearbeitung oder Spiele ist das zu wenig. Aber für Office-Programme oder gelegentliche Arbeiten mit PC-Programmen allemal ausreichend.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Windows XP in ähnlicher Geschwindigkeit ausgeführt wird wie Windows 98, allerdings ist für bestimmte Software mindestens Windows 2000 oder XP nötig. Hierbei werden auch USB-Geräte, die nur PC-Treiber haben, unterstützt.

Wer alle Mac-Geräte wie Drucker, USB-Sticks oder andere Wechsellaufwerke wie ZIP-Disketten oder CDs/DVDs am Mac lauffähig eingerichtet hat, kann diese mit einem Klick auch am PC mitnutzen. Sogar am Mac gemountete Netzwerk-Volumes erscheinen so auch als PC-Laufwerke, ohne irgendwelche PC-Fileserver-Dienste aktivieren zu müssen. Ganz einfach alles am Mac einrichten: die Netzwerklaufwerke herholen, den Drucker einrichten und das Internet konfigurieren...fertig.

 

Und so geht's – Die Einstellungen vornehmen

Wenn mehrere virtuelle Computer aktiv sind, wird mit dieser Einstellung nur der aktuell laufende PC ausgeführt. Alle andere bleiben stehen.

 

Wir empfehlen, den PC mit den gleichen Einstellungen wie den Mac zu betreiben, dazu kann man die Mac-Einstellungen verwenden. Alternativ kann man auch eine eigene Umgebung anlegen.

 

Audio-Geräusche von Windows lassen sich ausschalten.

 

Wenn VirtualPC geöffnet ist, aber ein anderes Mac-Programm im Vordergrund ist, läuft das PC zwar weiter. Aber man kann dieses so einstellen, dass nicht die ganze Rechenleistung für VirtuelPC verwendet wird, sondern dass auch das Mac-Programm ausreichend schnell bleibt.

 

 

 

Geben Sie dem PC einen Namen. Dieser Name taucht auch im Netzwerk auf.

 

Je mehr Arbeitsspeicher man dem PC zuteilt, desto schneller läuft das Programm. Wer viel Speicher hat, ist hier im Vorteil. Auch das Grafikkarten-Speicher kann eingestellt werden.

 

Es lassen sich maximal 3 virtuelle Festplatten-Images anlegen. Damit wird die Festplattendatei immer so groß wie die Dateien, die sich darauf befinden.

 

Diese Funktion ist toll: Es lassen sich alle Volumes, egal ob lokale Festplatten, Netzwerkvolumes oder austauschbare Datenträger automatisch auch am PC mounten. Einfach einen iPod anschließen und nach 1 Sekunde taucht dessen Festplatten-Symbol im PC auf. Alternativ kann man auch bestimmte Ordner auf der Festplatte als Austauschordner freigeben.

 

 

 

Ein virtueller Switch bedeutet, dass der PC unterschiedliche Netzwerkeinstellungen hat wie der Mac, also eine andere IP-Adresse usw.

 

Auch Geräte, für die es kein Möglichkeit gibt, diese am Mac zu benutzen, kann man so trotzdem für den PC verwenden.

 

Man kann PC-Programme auch im Dock anzeigen lassen, zumindest dessen Symbole. So behält man einen Überblick, welche PC-Programme gerade laufen.

 

Auch Mac-Drucker kann man problemlos mitbenutzen. Der Standarddrucker oder ein anderer Drucker kann in die PC-Druckerauswahl integriert werden.

 

 

MacOS 9 – Alte Mac-Programme unter der Classic-Umgebung laufen lassen

Es gibt wohl immer noch einige Programme, die man in der Vergangenheit schätzen gelernt hat, welches es aber noch nicht für MacOS X gibt. Natürlich kann man dieses auch heute noch benutzen. Dazu braucht Ihr noch ein altes MacOS 9 Betriebssystem. Mancher wird sich noch daran zurückerinnern: Man konnte das gesamte Betriebsystem, welches sich im "Systemordner" befand, einfach auf eine CD oder DVD brennen oder über Netzwerk irgendwohin kopieren. Vielleicht hat der eine oder andere auch noch eine Sicherung eines alten Systems auf einer externen Festplatte.

Bitte beachtet, dass nur MacOS 9.1 oder besser MacOS 9.2 funktionieren, alle älteren Betriebsystemversionen funktionieren nicht mehr im Classic-Modus.

Doch was ist der Classic-Modus ? Apple hat es damals von einigen Jahren den Benutzern, die auf das alte MacOS 9 schwörten, in einem sanften Migrationsweg möglich gemacht, ihre alten Programme weiterhin unter dem neuen Betriebsystem lauffähig zu halten. Dazu startet der Mac wie gewohnt unter MacOS X, und sobald man ein altes Programm gestartet hat, erkannte der Mac dieses und startete zuerst noch das MacOS 9 dazu. War dieses geladen, hat sich das alte Programm so gefühlt wie auf einem echten OS 9 System. Man konnte sogar zwischen dem alten und neuen Programmen umschalten, jedes Mal änderte sich die Menüleiste.

Dennoch muß an dieser Stelle immer wieder gesagt werden: MacOS 9 Programme in einer Produktionsumgebung auf MacOS X Rechnern heute noch zu betreiben ist nicht sinnvoll. Zum einen ist die Leistung der aktuellen Doppelprozessor-Macs und G5-spezielle Optimierung der alten Programme nicht gegeben. Zum anderen wird mit dem künftigen Umstieg auf Intel-Prozessoren der Classic-Modus nicht mehr zur Verfügung stehen.

Aber für alle Besitzer von G3, G4 und G5-Macs steht diese Möglichkeit weiterhin auch in Zukunft noch offen. Man sollte jedoch ordentlich Arbeitsspeicher haben, also minstens 512 MB. Denn der Mac hat ja MacOS X und MacOS 9 im Speicher, dazu noch das alte OS 9 Programm. Man profitiert zwar vom tollen Speichermanagement von MacOS X, dennoch geht die Geschwindigkeit deutlich in den Keller, je mehr Programme geöffnet werden.

 

Fazit:

Wer unter seinem MacOS X Mac auch Programme von anderen Plattformen laufen lassen möchte, kann dies recht einfach realisieren. Man muß nicht viel von Technik verstehen, die Installation ist einfach, jedoch sollte man die Systemvoraussetzungen beachten, sonst hat man einen Zeitlupenbetrieb, der nicht sehr überzeugen kann. Kurz gesagt, ein G5 mit über 1 GB Arbeitsspeicher sollten es schon sein, um ordentlich arbeiten zu können.

Bericht: Christian Abele