Diablo 2

Hersteller: Blizzard
Preis: ca. 80,- DM
Haudrauf und Schluß mit schicker Grafik
Auf Dauer eher langweilig, im Netz macht's mehr Spaß.

Unterwegs findet man einen Haufen Gegenstände. Am Besten alles mitnehmen, kann man ja mal brauchen.

Mit einem kleinen Feuerchen sorgt man für Ordnung bei den Gegnern.

Blutig geht es schon zu in den Unterwelten.

Haudrauf und Schluß

Diablo2 ist da. Groß angekündigt, mit ordentlicher Werbe-power unter's Volk gebracht und mit neuen Battle.net Servern verbunden. Die Hardware-Anforderungen sind ziemlich hoch, deswegen kommt der Test auch so spät: Meine Rechenpower daheim reichte nicht, um das Spiel zu starten.

Einen G3 mit ordentlich Speicher braucht es schon für Diablo 2. Die Grafik ist vom feinsten, sehr detailliert und mit feinen Lichteffekten versehen.Der Sound ist atmosphärisch, die Effekte anspruchsvoll und untermalen das Geschehen sehr gut. Aber das alles braucht Rechenpower. 64 MB und virtueller Speicher sind Pflicht, spielt man den Totenbeschwörer, so braucht man noch mehr. 98MB oder am Besten 128 MB sollten es dann schon sein. Die künstliche Intelligenz der beschworenen Skelette ist gepfeffert, will aber auch berechnet sein. Hat weniger MB, nimmt man besser den Paladin oder den Barabren, sonst wird dermaßen oft auf die Platte zugegriffen, daß der Spielspaß doch ziemlich getrübt wird.

Die Story knüpft da an, wo Diablo 1 aufhörte. Der Held, der Diablo im ersten Teil vernichtete, wird nun selber zum Dämonen (also Diablo beherrscht ihn) und kommt auf die "dumme" Idee, seine Dämonenbrüder wieder aufzuwecken, um nun endgültig die Welt ins Chaos zu stürzen. Klar, daß man dies als Spielfigur zu verhindern hat. Im ersten Teil geht's in ein Kloster, welches von Andariel, ein ehemaliges Mitglied des Schwesteroderns, kontrolliert wird. Hier sammelt man erstmal Erfahrungen, quatscht mit den anderen Figuren und prügelt sich durch die Dungeons, bis man Andariel schließlich zur Strecke gebracht hat. Das Ganze ist, wie die anderen drei Levels auch, in kleinere Unteraufträge unterteilt, wo man einzelne Gegenstände holen oder einen bestimmten Bösewicht zur Strecke bringen muß. Zwischendurch wird man befördert, findet bessere Ausrüstungsgegenstände und erlernt ggf. neue Zauber.

Die Monster werden im Verlaufe des Spieles langsam aber sicher immer fieser, die gefundenen Gegenstände immer besser. Es ist schon fein ausgetüftelt, wann man mit Monstern welcher Stärke konfrontiert wird. Richtig Frust kommt nur auf, wenn nicht aufgepaßt oder sich zuschnell vorgewagt wird. Immer schön der Reihe nach. Eine eigene CD-Rom enthält die Filme, die man zwischen den jeweiligen Levels gezeigt bekommt. Die sind eindrucksvoll, aber wirr. Ich konnte deren Handlung teilweise erst nach mehrmaligen Ansehen nachvollziehen. Schade, technisch erste Sahne, aber ein besseres Storyboard hätte bestimmt geholfen. Dies gilt auch für das ganze Spiel. Monster zum Verpügeln gibt es mehr als genug, aber die einzelnen Puzzels reizen kaum zum Grübeln. Man kriegt genau gesagt, was man suchen muß und was damit zu tun ist, dann rennt man los, haut sich durch und bringt das Gesuchte dem Auftraggeber. Ich steh' ja immer noch auf Ultima, gerade die alten Episoden. Insofern denke ich, daß Diablo ein Schuß mehr Puzzel und Rätsel und weniger Kämpfe sehr gut getan hätte. Gerade die Gespräche mit den Nicht-Spiele-Charakteren hätten besser ausgebaut werden können und die Landschaftem (Oft rennt man recht planlos durch die Gegend.) etwas kleiner sein dürfen.

Bei mir kam recht schnell Langeweile auf. Die Kämpfe bestehen aus recht wirrem Anklicken der Gegner, strategisch spielen tut man sehr selten. Nur aufpassen, daß man ggf. schnell genug abhaut, sollte man tunlichst.

Fazit

Der technische Aufwand von Diablo2 ist beeindruckend. Doch nach einiger Zeit bleibt davon nicht viel. Man schlägt sich im wahrsten Sinne durch. Über's Netz mit mehreren Leuten dürfte es aber durchaus Laune machen, insbesondere da Blizzard die Server des Battle.Net endlich gegen Hacker und Schummelei abgedichtet haben will. (Bei Warcraft machte es teilweise einfach keinen Spaß mehr.) Fazit: Für Fans des Genres sicher eine Empfehlung, aber sonst?

Grafik
Sound
Idee
Spielspaß
Performance
Gesamtwertung

Redaktion:

Kai Surendorf