Im Schatten der Pyramiden ist selbstverständlich dieses Spiel angesiedelt. Man schlüpft in die Rolle eines jungen Ägypters, dessen Vater ein "kleines" Problem hat: Er ist von der Todesstrafe bedroht!

 

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Wo mag uns die alte Frau hinführen? Trau keinem im alten Ägypten....
 

Und dann geht es auch schon los. Das Spiel beginnt in der Nähe der Pyramiden. Grabräuber haben sich an diesen zu schaffen gemacht. Mit einer Fackel ausgerüstet steigt man in die Pyramide. Nun gilt es, erste Hinweise zu finden. Ein Stock hilft eine Cobra zu killen, die ein Amulet hütet. An einem aufgebrochenen Grab findet man einen Stein, der einem weiterhilft. Spricht man anschließend mit den beiden Männern, die im Grab rumstehen, geht es weiter ins Dorf. Hier muß man die bereits erhaltenen Hinweise weiterverwenden.

Im Laufe des Spieles kommt man einer großen Verschwörung der Balsamierer auf die Schliche. Mit Hilfe eines Pergamentes, das eine Unbekannte unserem Helden zukommen lassen hat, lassen sich die Puzzles lösen. Die Unbekannte trifft man im Laufe des Spieles, nachdem man selber begraben wurde. Und so schlägt die Geschichte einige Bocksprünge.

     

Teilweise ist das Gameplay ziemlich konfus. Man muß streng der vorgegebenen Route folgen. Herumirren, ausprobieren, kombinieren und nochmal neu durchdenken á la Myst und Riven geht nicht. Stattdessen (Und das nervt tierisch!) muß man Station für Station abarbeiten, damit es vorwärtsgeht. Zeigt man in der Pyramide das gefundene Amulett nicht einem der beiden Männer, so wird man immer wieder in die Pyramide zurückgeschickt. Dies führt oft dazu, daß man meint, man habe irgendein wichtiges Fundstück noch nicht erblickt und rennt wieder durch das alte Gemäuer. Da die Grafik sehr detailliert ist, sucht man dann auch prompt fünf bis sieben große Bildschirme Pixel für Pixel ab und kommt nicht vorwärts.

Endgültig ärgerlich wird es, wenn sich krasse Programmierfehler einschleichen. So zum Beispiel in der Mitte des Spieles wenn man den Schuldigen anhand einer Wandinschrift identifizieren soll. Man kann zwar alle dreißig Hieroglyphen anklicken und betrachten, aber den entsprechenden kann man nicht ins Inventar legen um weiterzukommen. Und so klickt man ein paar Minuten genervt herum um anschließend entnervt aufzugeben. Auch die Steuerung nervt. Wird doch pixelgenau abgefragt. Und so fährt man wirr mit der Maus über den Bildschirm, bis sich der Mauspfeil ist das Symbol wandelt, welches man gerade braucht.

 
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Ein Adeliger wird beerdigt. Starb auch er unfreiwillig? Wird seine letzte Ruhe ungestört bleiben oder auch sein Grab geplündert werden?
     
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Die Ruhe trügt. Es herrscht ganz schön viel Verwirrung. Und obendrein gilt es das Leben des Vaters zu retten.
 

Das Grab des Pharao entstand in Zusammenarbeit mit einem Museum. Dementsprechend detailgetreu sind die Grafiken. Der Flair des alten Ägypten wurde schön eingefangen. Auch die Musik paßt hervorragend. Die Animation der Spielfiguren wirkt eher statisch, scheint aber eine Konzession an die Anforderung, alles auf eine CD-Rom zu packen. Schauspieler wurden leider nicht eingesetzt.

Als besonderes Gimmick gibt es ein Glossar, welches knapp und mit Fotos versehen, die im Spiel angesprochenen Elemente (Götter, Spiele, Lebensgewohnheiten,...) des alten Ägypten beschreiben. Eine nette Verbindun von Spiel und Lernen. Edutainment halt.

     

Mit dem Grab des Pharao konnte ich mich nicht so recht anfreunden.Die Story ist von der Idee her zwar spannend, aber letztendlich ist es doch nur blödes rumgeklicke, bis man den letzte kleinen übersehenen Hinweis gefunden hat. Die Story ist linear, große Puzzelei kommt nicht auf. Die Verquickung von Lernen und Krimi-Story vom Ansatz her gut, aber das schlichte Glossar, welches extern vom Spielgeschehen angesiedelt ist, auch nicht der Brüller. Und mit den Programmierfehlern wird es endgültig ärgerlich.


     
Grafik
Idee
Spielspaß
Gesamtwertung
 

Redaktion:

Kai Surendorf