Mac-Entwicklung:
 
Feral Interactive
Entwicklung:  
Empire
Genre:  
Comic-Puzzle-Strategie
Preis:  
89 DM
Spieler:  
1-Spieler
Kopierschutz:  
CD im Laufwerk
Demo:  
Ja
Systemanforderungen:
Prozessor:  
PowerPC 233 MHz
System:  
OS 8.6
Speicher:  
64MB
Festplatte:  
104/580 MB
Laufwerk:  
4x-CD-Rom
Grafikkarte:  
-

 
Die Zeit der Schäfer ist ja nun im Winter eigentlich schon vorbei, nicht aber für den geübten Macuser, der sich mit „Sheep“ ganz den Freuden eines solchen aussetzen kann. Feral Interactive übersetzte diesen bereits auf dem PC und der Playstation so erfolgreichen Klassiker für den Macintosh und hofft damit, in der Mac-Gemeinde einen Schafsboom auszulösen.
 
 
Installation

Mittlerweile dürfte allen Fans der Feral Spiele bekannt sein, dass sie in mehreren europäischen Sprachen übersetzt und ausgeliefert werden. So liegen der CD von „Sheep“ gleich vier Sprachversionen zu Grunde. Holländisch, Französisch, Schwedisch und natürlich auch Deutsch. Letztere wird bei uns in Deutschland von Application Systems Heidelberg vertrieben. Leicht verständlich zeigt sich auch der Installer. Hier stehen dem Spieler zwei verschiedene Installationsarten zur Verfügung. Eine kleine, welche nur 104 MB auf der Festplatte braucht und dabei alle Filme und Musiken auf der CD belässt, was natürlich ein schnelles CD-Rom Laufwerk und einen einigermaßen guten Rechner voraussetzt. Die zweite Installation verbraucht hier gleich 500 MB, jedoch werden dann auch alle Filme und Musiken mit installiert, was einen deutlichen Geschwindigkeitsschub beim spielen verursacht.
Beim Speicher, auch Ram genannt haben die Entwickler leider nicht gespart und so werden 128 MB RAM empfohlen. Wer diesen nicht aufbringen kann der sollte unbedingt mit virtuellem Speicher spielen und diesen auf 128 MB setzen. Leider müssen wir zugeben dass wir einen solchen Speicherbedarf bei einem solch „unkomplizierten“ Spiel nicht erwartet haben. Doch in den Zeiten der modernen Computerindustrie gilt man ja schon als „out“, hat man weniger als 128 MB Speicher. (grins)

Ein weiteres Manko, (jedoch ein sehr kleines) ist dieses: es wird keine ReadMe Dokumentation mit auf die Platte installiert, die einzige Möglichkeit ist das ReadMe auf der CD. Sollte nur am Rande erwähnt werden.

„Sheep“ ist leider noch nicht x-tauglich. Sobald aber ein Update erscheinen wird werden wir es natürlich in unserer Updates Ecke bereitstellen. Last uns hoffen dass dies bald geschieht.

 
Stupid 1
Na wer hat den hier in diesem alten Schloss seinen Trichter vergessen?
 
Menu

Der Spieler wird schon zu Beginn in eine abenteuerliche Welt entführt. Das Intro hat eine Auflösung von 800x600 und braucht daher, um flüssig abgespielt werden zu können mindestens einen G3’er, sonst hat man keine Freude daran. Nachdem nun aber alle Firmen und Intros vorgestellt wurden findet sich der Spieler im Menu. Schon hier kann man erkennen wie viel Mühe sich die Entwickler gegeben haben. Das gesamte Menu ist auf Comicebene gestaltet und wird mittels der Tastatur navigiert. Hierbei stehen dem Spieler neben der Highscore und den sonst üblichen Menupunkten noch die Einstellungen zur Verfügung. Da das Spiel die Input Sprockets benutzt, können alle gängigen Joysticks und Gamepads benutzt werden. Wir empfehlen jedoch die alte Methode der Tastatur, da man des öfteren eine präzise Steuerung braucht.

Bei den Soundeinstellungen wurden wir von der Einfachheit der Navigation vollends überzeugt. Lustig springt das Schaf ganz nach belieben vom rechten zum linken Lautstärkeregler und im Hintergrund feiern alle Schafe eine riesige Fete. Selten sah man ein so wunderbar animiertes Menu.

 
Stupid 2
Wo get es denn hier lang? Manchmal kann man schon die Orientierung verlieren.
 
Gameplay

Der ungeübte Spieler, wie auch wir in der Redaktion versuchten uns natürlich zu Anfang noch mit der leichtesten Schwierigkeitsstufe, hat man doch ganze 7 Welten zu durchkämmen, wobei jede der 7 Welten aus 4 Levels plus einem Bonuslevel besteht. Wir machten uns an die Arbeit.

Zum leichteren Verständnis des Spielgeschehens sollten wir erst einmal auf de Technik eingehen, mit der man dieses Spiel beschreiten muss. Das ganze basiert sozusagen auf der Magnettechnik. Der Schafshaufen wird immer vor dem vom Spieler gesteuerten Hirten davonrennen, wie zwei gleich gepolte Magneten. Das ganze kann man dann noch dadurch bestärken, indem man mittels der „Rufen“-Taste die Schafe etwas erschreckt, wodurch sie wie in Panik geraten schneller davonrennen. Oder man schleicht sich mit Hilfe der „Schleichen“-Taste an sie heran, wodurch man auch durch geschickte Lauftaktiken ein Schaf „ergreifen“ kann, um es dann wieder irgendwo hin zu schmeißen. Alles in allem also eine rein taktische Angelegenheit.

Stupid 3
Rosa Schafe? Na wo gibt es denn sowas? Manchmal brauchen eben auch Schafe eine neue Politur.
 

Neben diesem kann man sich zu Beginn noch einen der vier Schafshirten auswählen, wobei man zwischen zwei Hunden und zwei Menschen entscheiden kann. Leider konnten wir noch immer nicht ausmachen, wo die Stärken dieser Hirten liegen, was eine richtige Auswahl leider verhinderte.

Das Besondere besteht nun darin, all die Schafe sicher von einem Punkt des Levels zu seinem Ende zu scheuchen, wobei man gezielt an den zahlreichen Gefahrenquellen vorbeinavigieren muss. Und genau darin zeigt sich der ganze Spielwitz. In jedem Level gibt es neue interessante Gefahrenquellen, die es zu erkunden gibt. Und natürlich gibt es auch Einrichtungen, welche unsere Herde erreichen muss. So gibt es Bonuspunkte an verschiedenen Stellen, z.B. beim überspringen einer Hürde oder beim zerstören von explosiven Fässern. Zum durchqueren einiger Hindernisse braucht man dann auch „nur“ seine Schäfchen durch diverse Anlagen zu lenken, bei denen sie mit Presslufthämmern oder Gummihüpfern ausgestattet werden.

 

Wer nun denkt hier läge ein einfaches Puzzle-Spiel vor, der täuscht sich. Natürlich ist es nur wieder eine weitere Variante von so bekannten Spielen wie „Pit-Droids“, doch eine sehr interessante. Leider hat unsere Redaktion bereits in der dritten Welt versagt, und das auf der einfachsten Schwierigkeitsstufe. Peinlich dachten wir, bis wir erfuhren dass dieses Spiel wirklich sch... schwierig zu spielen ist. Manchmal fehlten uns zum lösen des Levels noch ein paar Schafe und wir brauchten immer ewig, bis wir diese verkackten drei Schafe in den rettenden Container gescheucht hatten. Teilweise rannten wir auch nur einem einzigen Schaf hinterher, da wir es einfach nicht zu fassen bekamen. Natürlich wäre dies kein Problem gewesen, gäbe es da nicht diese zahlreichen Gefahrenquellen, wie z.B. den angeketteten Hund oder die Ritter, die Haifische im Kornfeld oder die starteten Flugzeuge auf der Startbahn eines abgelegenen Militärflughafens. Und als wäre dies nicht schon schwierig genug hat man zu allem Überfluss auch noch eine Zeitvorgabe.

Alles in allem also ein sehr schwieriges Spiel, wodurch natürlich schnell der Spieltrieb nachlässt. Schließlich hat keiner so richtig Lust stundenlang an einem Level rumzumachen. Der Langzeitspaß leider dementsprechend sehr darunter und so müssen wir hier leider ein paar Abzüge geben. Geduldige Puzzler sollten aber länger ihren Spaß daran haben.

 
Grafik

Hier liegt die besondere Stärke und der Reiz des Spiels zu Grunde. (Hatte ich das nicht auch schon beim Gameplay gesagt?) Das gesamte Spiel, angefangen beim Menu bis hin zur Spielfigur sind in einzigartiger Comicmanier gezeichnet und animiert. Zwar haben wir es mit einem zweidimensionalem Spielfeld zu tun, aber alle Gegenstände sind dreidimensional vorgerändert und natürlich auch animiert. So kann sich der Spieler in jedem Level auf neue, einzigartige Gefahren, Gegner und Gegenstände freuen. Am schönsten fanden wir die witzigen Vogelscheuchen im Kornfeld.

Auch das Menu ist, wie im Punkt Installation schon angesprochen in lustiger comicmanier gezeichnet und macht einfach so richtig viel Spaß. Nur allein das navigieren.
Leider zeigen unsere Bilder zu diesem Bericht nicht die ganze Pracht des Spiels und dessen Grafiken, darum empfehlen wir doch sich einmal die Demo zu saugen und einfach mal reinzuschnuppern.

 
Sound&Musik
Auch hier verliere ich jedes Mal zu viele Wörter. Natürlich muss man den Soundtrack zu „Sheep“ in den Bereich des „Ich-Höre-Ihn-Er-Fällt-Aber-Nicht-Besonders-Auf“ Bereich ansiedeln, es sollte aber erwähnt werden, das er immer zum Genre der verschiedenen Welten passt. So hörnen wir auf der Kirmes auch richtige Jahrmarksmusik und auch in der Burg oder im Dinopark macht sie so richtig Spaß. So ist sie uns also nicht negativ aufgefallen, aber ich denke immer noch an den tollen Soundtrack von Tropico, der einem eben so richtig im Ohr liegt. Und man muss dem Komponisten auch die Arbeit gutschreiben, die er bei solch einem Werk leistet. Die Musiker werden leider immer viel zu wenig beachtet. Darum unser Fazit: Die Musik ist gelungen, wenn auch keine Ohrwürmer dabei sind.
 
Performance
Stupid 5
Beeil dich lieber, sonst werden deine Schafe von den Traktoren überrollt. Oder stehst su auf Schafsragout?!?
 

Das Spiel wurde bei den Verantwortlichen nur auf G3’ern und G4’ern getestet, nicht aber auf 60x-Maschinen. Gelegenheit genug dies in der Redaktion nachzuholen. Auf meiner 603e Maschine mit 300 MHZ lief „Sheep“ gut, ein paar Bugs sollen hier erwähnt werden.

1) Hat man sich via Menu die Highscores angeschaut, wird das gesamte Menu noch einmal geladen. Nun gut, kann passieren

2) Nach dem zweiten „Game Over“ stürzt das Spiel ab. Nein, es friert ein. Aber ich führe diesen Fehler auf meinen völlig veralteten Rechner zurück und der Tatsache, dass ich mit virtuellem Speicher gezockt habe.

Sheep kann sowohl unter OS 9 als auch unter OS x gespielt werden. Die ersten Versionen von Sheep waren zwar noch nicht OS-X tauglich, können aber mittels des OS-X-Patches in unserer Updates Abteilung nachgerüstet werden. Bestellt man sich heute ein Exemplar davon, dürfte schon eine OS-X taugliche Version auf der CD vorliegen.

Als letztes möchte ich noch erwähnen, dass „Sheep“ zu den wirklich anspruchslosen Spielen gehört. 128 MB RAM sind zwar heftig, jedoch ist man ab OS 8.6 und einem einigermaßen guten CPU mit am Start, was auch den Nostalgikern unter uns die Möglichkeit des Spielvergnügens bietet. (Man bedenkt dass wir erfolgreich auf einem 603-PowerMac testeten)

 
Fazit

Sheep ist Kinderfreundlich und von äußerst herzlicher Natur. Gerade zu Weinachten sollte man sich überlegen nicht doch ein Exemplar mit unter den Weinachtsbaum zu legen. An diesem Spiel kann sich Jung und Alt erfreuen, auch wenn man schon nach ein paar Leveln den Spaß daran verliert, da einem immer wieder die sehr gewöhnungsbedürftige Steuerung zu schaffen macht. Doch mit ein wenig Übung schafft man es auch über die schwierigeren Levels hinaus. (Diverse Testpersonen brauchten dazu 6 Monate Übung!)

Technisch gesehen ist Sheep aber ausgereift, abgesehen von den wirklich kleinen Abstürzen basierend auf meinem veralteten Prozessor.

Grafik 5
Sound&Musik 3 1/2
Gameplay 3
Spielspaß 3 1/2
Performance 2
Gesamtwertung 4

Redaktion:

Philipp Stumpp