Systemanforderungen
PROZESSOR
Mindestens G3/ 300 MHz
RAM
Mindestens 124 MB
CD-ROM
12fach-CD-ROM/DVD
FESTPLATTE
190 MB
SYSTEM
OS 8.5

So Freunde, hier ist mein erster Testbericht für PowerMacintosh.de. Ich hab' mich gleich mal drangesetzt und (versteckt unter Chipstüten und diversen Getränken) meine ach so teuren Nächte mit zocken verbracht. Descent 3 heißt das auserwählte Spiel.

Und ich muß euch sagen....ich kann die Sympathien verschiedener anderer Berichteschreiber nicht teilen. Naja, ganz so schlecht fällt der Bericht auch nicht aus!!!

     

Die Story:

Die Story beginnt da, wo der zweite Teil aufhörte. Unser Held, der ja nicht gerade sehr viel Grips zu haben scheint, ließ er sich doch gleich zweimal von seiner Firma PTMC (Fragt mich nicht, was das heißt) hereinlegen und um sein Geld bringen, trudelt geistesabwesend 'gen Sonne. Genialer Feldzug dachte sich die PTMC. Erst einen Helden anwerben und ihn dann zu Staub verarbeiten......hust,hust. Doch was wären wir ohne die geldgierigen Computerfirmen, welche aus jedem bisschen noch ein Sequell vermarkten wollen. Doch was tun in so einer aussichtslosen Situation? Vielleicht von einem Raumschiff gerettet werden? Wow Freunde, wie einfallsreich.....hust.

Kein Geld in der Tasche und sein Leben in der Hand einer Firma, die ihn gegen PTMC einsetzt, um herauszufinden, warum dessen Mienenroboter plötzlich durchdrehten und ihre Schöpfer angriffen. Und dieser Job wird gerne übernommen, da PTMC unserem Helden noch eine Menge Geld schuldig geblieben ist. Ab geht's in zahlreiche Mienenschächte und planetarische Höhlen und somit ins dritte Abenteuer von Descent.

 
Nur eines der zahlreichen Gebäude tief unter der Erde.Die Cockpitansicht verleitet zum Ballern!
 
Angriff ist die beste Verteidigung. Man gibt sich geschlagen und kriecht in sein Loch zurück!
 

Gameplay

Von Descent ist man es ja schon gewöhnt, orientierungslos durch den Raum zu schweben und erst nach Stunden den Ausgang zu finden. Beim dritten Teil ist dies nicht anders, jedoch gibt es hier eine nützliche Funktion, um sein Raumschiff automatisch dem künstlichen Horrizont anzupassen, um so den Überblick zu behalten. Eine, wie ich finde sehr praktische Funktion, da im Vergleich zu den beiden anderen Teilen die Levels doch sehr groß sind. Hat man aber Maus und Tastatur gut im Griff, gestalten sich auch diverse Gegner nicht allzu schwer. Zudem gibt es kein "GameOver", da bei einem Crash immer wieder von bestimmten "Checkpoints" aus angefangen werden darf. Doch freut euch nicht zu früh, so ein Level kann sich bis auf 3 Stunden Spielzeit ausdehnen.

Endlich hat dies Spielchen auch ein wenig Levelplanung zu bieten. Da müssen Schlüssel gefunden und die richtigen Türen geöffnet werden und zwei Stunden durch einen Gefängnisskomplex zu jagen und den Ausgang nicht findet ist keine Seltenheit mehr. (Wenn der Rechner solange durchhält!!!) Denn Stabilität scheint ein großes Problem zu sein.

     

Auf meinem G3 Blue/White gab' es regelmäßig Abstürze oder es kam gar nicht erst zum Laden. Zudem musste ich Grafikfehler im Menü feststellen. Und nach der Installation des neuesten Updates 1.4 ging gar nichts mehr. Da futter ich doch lieber noch ein paar Chips und verkrieche mich unter meine Bettdecke.

Ein weiteres "Aha" Erlebniss war die Tastaturbelegung, welche man nämlich gar nicht speichern kann. Diese wird zwar intern abgespeichert, kann aber demnach auch nur einmal belegt werden. Sehr ungeschickt, wenn Freunde ins Spiel kommen, um sich ihre eigenen Tasten zu sichern. Wohl ein Mango, was hoffentlich in Zukunft noch verbessert wird.

Oh, bevor ich es vergesse. Spiele können zwar gespeichert, aber nicht so einfach im Spiel wieder geladen werden. Wer also glaubt, immer und immer wieder seinen gespeicherten Spielstand zu laden, der wird hier enttäuscht. Wird ein gespeicherter Spielstand geladen, so wird das aktuelle Spiel abgebrochen und der gesamte Level nochmals neu geladen. Ein sehr unnötiger und zeitaufwendiger Spaß, da "Checkpoints" teilweise weit auseinander liegen und es gelegentlich auch zu Abstürzen kommt.

 

Grafik&Sound

Ich kann nur sagen: "Respekt!" Grafisch bietet dieser Action-Shooter alles, was das Spielerherz begehrt. Von Nebeleffekten über Flammen und Spiegelungen ist alles dabei. Nicht nur, daß man seinen Raumgleiter durch komplexe Gebäudesysteme lenken muß, ab und zu darf auch über die Oberfläche dieser Planeten "geheizt" werden. Und das schluckt natürlich Rechenleistung. Aber wer im Besitz eines G3'ers ist, hat gute Karten.

Spielt man sich dann so langsam durch die Levels, wird man schnell feststellen, wie abwechslungsreich die Missionen doch gestaltet sind. Da fliegt man durch Städte und U-Bahn Schächte und stößt auf die verschiedensten Robotertypen. Die einen kleben einem am Sack wie Sackmilben, die anderen sehen aus wie lebendig gewordene Lampenschirme. Und sie alle haben nur eines im Sinn, dem Helden den Garaus zu machen. Grafisch ist Descent 3 auf dem neuesten Stand und kann gut und gerne mit Actionspielen wie Quake 3 und Unreal mithalten. Die gut gerenderten Zwischensequenzen, die nicht gerade kurz ausfallen, runden die Sache vollständig ab.

Musik braucht jedes Spiel, wer aber glaubt, daß hier dem Komponisten eine Meisterleistung geglückt wäre, der täuscht sich gewaltig. Zwar bietet der lange Introfilm des Spiels einen Filmreifen Soundtrack, jedoch ist die Musik während des fröhlichen herumfliegens nicht besser als....laßt es mich so sagen. Lege zwei bis drei Sounds marke 'ouuuuhhauuuuuu' aufeinander und fertig ist die Musik. Mal ehrlich, hatten die da kein Geld mehr für 'nen antändigen Komponisten? Selbst unsere Straßenmusiker können das besser. Und die bekommen sicherlich mehr Geld als der Mann, der für Descent 3 angeheuert wurde.Nur als kleiner Tip für den vierten Teil der Saga.....gebt dem Akkordionspieler um die Ecke 'nen Butterbrot und er komponiert euch was anständiges.

Kleiner Wehrmutstropfen. Die Musik ist so schlecht, daß sie schon fast wieder gut ist.

 
Kawumm!!! Und weg war die Nase!
 

Systemanforderung

Vorrausgesetzt ist mindestens ein G3'er mit einem Rage 128 Chip oder einer Voodoo2 Karte. Kein Grund also es nicht auf meinem PowerMacintosh 6500 mit 300MHZ zu probieren. Schließlich liegt bei mir eine Voodoo3 3000 im Slot. Warum also große Rechenleistung beweisen, wenn so eine Leistungsstrarke Karte vorliegt. Aber selbst bei so einem starken Aufgebot von Hardware war es mir nicht möglich, mehr als 10 Frames pro Sekunde herauszuholen. Wenn dann noch Gegner ins Spiel kommen, sank die Leistung auf 3 Frames pro Sekunde. Da hilft dann nur noch beten und eine Flasche Whiskey. Schnell begriff ich dann, doch auf einen G3 Blue/White mit 300MHZ auszuweichen, um in den vollen Spielegenuss zu kommen.

Ein Mango jedoch ist der große Speicherbedarf. Hat man keinen eingebauten RAM von mindestens 128MB, so muß man auf den virtuellen Speicher zurückreifen. Und da wir alle wissen, daß virtueller Speicher das Spielvergnügen einschränken kann, ist dies ein Dorn im Zockerauge. Zumindest schmerzt er bei mir.

     

Festplattenplatz schluckt unser Baby nicht sehr viel. 200MB muß man für die Installation berappen und selbst auf meiner ollen Brotkiste war dies möglich. Denkt man doch an Spiele wie Myth 2 oder Unreal, die an die 600MB schlucken, ist die Installation von Descent 3 ein doch kleinerer Wegelagerer. Kleine Enttäuschung jedoch für alle Geizhälse unter euch: Man kann nicht zwischen kleiner und großer Installation wählen.

OS-X

Alles Hoffen und Bangen hat am Ende nichts gebracht. Descent 3 ist und bleibt OS-X 'untauglich'! Das heißt, dass man entweder im Classic-Modus spielen muss, was allerdings eine starke Geschwindigkeitsabnahme bedeutet, oder man startet gleich unter dem altbekannten OS 9, allerdings dürfte gerade dies bei vielen Macianern auf Unmut stoßen, da sehr viele einfach nicht mehr an das alte OS 9 gewohnt sind und die meisten, glaubt man zumindest den Statistiken, dieses System gar nicht mehr installiert haben. Und so bleibt am Ende zu diesem Thema nur noch zu sagen: Schade, Descent 3 ist zwar ein gutes Spiel, wird aber wohl doch den Nostalgikern unter uns vorbehalten.

 

Netzwerktauglichkeit

Bei unserem letzten Mystik-Treffen im März 2000 hatten wir endlich mal die Gelegenheit, Descent 3 auf seine Netzwerktauglichkeit zu testen. Und ich kann euch sagen Freunde, daß war eine schwere Geburt. Der Anfang lief recht gut, zu fünft hingen wir sabbernd und lechzend an den Rechnern, wir hatten nur einen Kreislaufzusammenbruch zu melden. Denn......

......Descent 3 trumft durch eine Menge Spielevarianten auf. Da ist für jeden Spieltyp etwas dabei. Zudem läßt sich das Menü einfach bedienen. Zu bedauern war wohl, daß unsere PC Besitzer nicht mitspielen konnten. (Aber keine Angst, dieser Bug wurde in einem späteren Update behoben.) Außerdem war es nicht möglich, ein Spiel zu 'joinen', welches der admin schon gestartet hatte. Und Abstürze waren an der Tagesordnung. Demnach hatte man Glück, wenn man mal 10 Minuten zocken konnte.

Gegen Ende des Abends brachten wir kein Netzwerkspiel mehr zustande. Aber nach den neuesten Updaterangaben zu urteilen, ist die Netzwerkfähigkeit ausgereift und ihr dürftet keine Probleme mehr mit dem Aufbau eines solchen haben. Zumindest lohnt es sich, allerdings braucht jeder eine eigene Descent 3 CD. (Und haltet euch an das Gesetz Freunde)

   
Pro
Contra
Grafisch sehr hochwertig
Unterstützt Joystick&Gamepad
"Nur" 200MB Festplatte
Große Levels
Netzwerk ist unstabil
Schlechte Musik
Tastaturbelegung nicht speicherbar
"Save/Load" Funktion fehlerhaft
Hoher RAM-Verbrauch
NICHT OS-X fähig
   
Grafik
Sound
Idee
Spielspaß
Performance
Gesamtwertung

Redaktion:

Philipp Stumpp