Mac Run Games
Captain Bumper
 
   

Firma:   MacRun
Genre:   Comic Arcade-Shooter
Preis:   25$
Spieler:   1-Spieler
Größe:   115 MB
Speicher:   42 MB
System:   8.x und OS X
Kopierschutz:   In-Game Registration
Demo:   Ja

 
 
Captain Bumper gehört wohl in die Kategorie der „Comic-Actionshooter“ und sollte ursprünglich als Sharewarespiel angeboten werden. Doch die Götter, die hinter dem Team von MacRun steckten wollten es anders haben und brachten dieses Spiel pünktlich zur annullierten MacExpo in Paris 2001 als kommerzielles Spiel auf den Markt. Vor ein paar Tagen ist es dann auch vollständig karbonisiert worden und ist voll X-kompatibel. Ein Grund also, es zur Spieleabteilung von Powermacintosh.de zu holen und zu testen.
 
 
Systemvoraussetzungen:

Da Captain Bumper ursprünglich als Shareware gedacht war, besticht es durch geringe Systemanforderungen und lief somit auch auf meinem alten 603e Prozessor ohne Probleme. Als System wurde alles über 8.6 vorgeschlagen, man kann aber auch schon ab 8.0 zocken, vorausgesetzt, man hat die Apple Game Sprockets und den Sound Manager 3.3 installiert. Seit neuestem ist Captain Bumper sogar unter MacOS X zu spielen, da es nun vollständig karbonisiert ist.

Ein Grund, warum sich Captain Bumper an der Schwelle von Shareware und Kommerziellem steht ist seine Größe. Ist die 3-Level große Demo noch mit seinen etwa 20 MB im kleinen Rahmen, so braucht man aber bei der Vollversion ganze 115 MB an Festplattenplatz. Das lässt doch auf gute Grafik und Sound hoffen. Doch weiter...

 
CB-Pic1
...Dieses Spiel erinnert an ein lebendig gewordenes Comic. Jeder Gegner ein einzigartiges, lustiges Geschöpf.....leider bösartig!...
   
Einstellungen:

Das Menu des Spiels gestaltet sich sehr übersichtlich, wenn nicht sogar Kindergerecht. Neben Infos zur Softwarefirma, den Highscores, Infos zu den Objekten des Spiels und dem Schwierigkeitsgrad kann man hier auch die Einstellungen des Spiels ändern, wodurch man auch gleich zum Herzstück eines eden Spiel vordringt. Hier also die Bewertung der Einstellungen:


Die Musik, Soundeffekte und sogar die Sprache (welche nicht sehr oft im Spiel vorkommt) lässt sich einzeln Ein- oder Ausschalten, kann deren Lautstärken aber nicht einzeln verändern, sondern nur die Gesamtlautstärke aller Komponenten. Wenn man also die Effekte etwas lauter haben will als die Musik so hat man Pech gehabt. Schade, denn dies täte dem Spiel sicher nicht schlecht.

CB-Pic2
...Das Menu ist leicht zu überblicken, bietet aber wenig Vielseitigkeit...
 

Weiter stehen einem offen, ob man die Video Rate der Rechenleistung anpassen will oder nicht, was bei langsameren Macs unbedingt angewählt werden sollte, da sich das Spiel sonst zu sehr dahin schleicht. Bei schnelleren Macs allerdings sollte man diese Funktion ausschalten, da sie hier nicht mehr benötigt wird.

Es ist wahr, Captain Bumper unterstützt die InputSprockets, wodurch sich problemlos alle gängigen Joysticks und Gamepads anschließen lassen. Da dies bei Low-Cost Spielen nicht immer der Fall ist, gibt das ein dickes Bussi von uns auf die rechte Backe.


Nein, SCHANDE...! Im letzten Moment viel unserer Spieleredaktion, also all diejenigen, die sich Tagelang vor den Monitor setzten und sich mit Spielen zudröhnen lassen, dass man die TASTEN nicht ändern kann. Ja gibt es denn so was? Die Tasten sind auf die Nummerntasten beschränkt und die Leertaste zum Feuern. Nicht gerade viel, man braucht auch nicht mehr, doch ist es denn zu viel verlangt mir meine eigenen Lieblingstasten zu wählen? Wir ziehen unser Bussi von gerade eben wieder zurück!

Was uns zum Schluss noch positiv aufgefallen ist, ist der Punkt, dass man Im Spiel an jeder x-beliebigen Stelle speichern kann, was bei dem Schwierigkeitsgrad des Spiels auch bitter nötig ist. Zudem lassen sich alle Einstellungen auch während des Spiels ändern.


Die letzte Funktion konnten wir gar nicht bewerten, da sich das Spiel immer in der Auflösung von 640*480 spielt, egal ob man nun den Full Screen Modus Ein- oder Ausgeschaltet hat. Vermutlich wird das aber in einem der nächsten Updates behoben.


Moment, wir müssen hier noch eine Anmerkung machen. Captain Bumper ist ein 1-Personen Spiel, es können keine 2 Personen gleichzeitig spielen. Es würde die blanke Ironie aus mir herauskeimen, wenn ich sagen würde, dass dies auch zuviel verlangt wäre. Wer braucht schon einen zweiten Spieler?? Ganz egal ob männlich oder weiblich, wer braucht einen Partner in solchen Spielen, die von ihrer Idee schon PERFEKT wären für 2-Spieler? (Wir entziehen uns weiteren Kommentaren)

 
Grafik:
Es gibt nur ein Wort was mir dazu einfällt...umwerfend. Selten gab es ein so liebevoll gemachtes Spiel wie dieses. Entweder haben sich die 5 Macher des Spiels zu viele Comics angeschaut oder sie wurden von eben solchen entführt und diese Bilder haben sich so in ihre Köpfe eingebrannt, dass sie ihre Erlebnisse in der Comicstadt mit uns Teilen wollen. Jedes der 10 Level ist so außergewöhnlich gestaltet, jeder Gegner ist in seinem Wesen so einzigartig und originell gestaltet, dass man sich in jedem Level auf die neuen Gegner freute. Nicht nur die Levels sind in einem einzigartigen Stil kreiert worden, sondern auch alle Infos zum Spiel, die Levelübergänge, welche durch ein großes Szenenbild beschrieben werden und alles was noch so kreucht und fleucht. Hier haben sich die Grafiker wirklich ausgetobt und heimsen in Sachen Grafik alle Punkte ab. Genau so stellt man sich ein Familienfreundliches, 2D- animiertes Spiel vor.  
CB-Pic3
...Hinter versteckten Eingängen sind Schätze verborgen, man muss sie nur ausfindig machen...!
 
Sound & Musik:

Auch hier haben sich die Macher etwas einfallen lassen. Zu jedem der 10 Levels gibt es einen eigens zum Leveldesign angepassten Soundtrack. Leider aber hat der Programmierer keine richtigen Ohrwürmer geschaffen und einige Stücke gehen einem nach gewisser Zeit auf die Nerven, aber eventuell ist dies ja Absicht, da man sich dann noch mehr anstrengt, ein Level zu schaffen.


Auch beim Sound hat man tief in die Schublade gegriffen. Alle Sounds sind originell gestaltet, da man sich auch hier an die Comicversionen halten und keine „echten“ oder „originalgetreuen“ Effekte haben wollte. Leider aber lässt sich die Lautstärke genau dieser Sounds nicht ändern, was schade ist und nicht gerade positiv auffällt. Doch nerven tun sie auch nicht, selbst wenn man seine Anlage voll aufgedreht hat. (Wir haben das nicht praktisch getestet, aber ihr könnt uns schreiben, wenn ihr das vor habt...!)

 
CB-Pic4
...Die Höhle erinnert irgendwie an einen Haifisch...!?!
 
Spielspaß:

Wie schon oben angesprochen ist Captain Bumper ein 1-Spieler Action-Shooter. Wem also keine Action-Shooter gefallen, der sollte sich zumindest mal die Demo besorgen und reinschnuppern. Gewagt stellte ich mich der Herausforderung und versuchte mich mit der einfachsten der 3 Schwierigkeitsstufen. Ich kam bis zum 3ten Level, ohne zu speichern. Was eventuell auch an der etwas gewöhnungsbedürftigen Steuerung liegen könnte. Ich hatte zwar keinen Joystick vorliegen, aber Tasten sind ja um einiges genauer als so seltsame Knüppel und selbst mit diesen hatte ich so meine Probleme. Hinzu kommt, das man nicht den ganzen Bildschirm vor sich sieht sondern immer nur in einem Ausschnitt des Bildes fliegt. Und dieses rutscht erst weiter, wenn man sich bis an den Rand gedrängt hat, wo schon neue Gegner warten. Aber das hat man schnell im Griff und steuert gegen später zielsicher durch ein bis zwei Levels. Denn weiter schaffen es dann nur die Profis.


Man kann nicht sagen das die Levels mit der Zeit schwieriger werden, es gibt sogar ein paar die völlig ohne Gegner auskommen, da man sich durch Labyrinthe kämpfen oder sich mit verfolgenden Kreissägen abgeben muss. Doch das Defizit der Leichtigkeit (ich war noch bei der leichtesten der 3 Schwierigkeitsstufen!) wird durch die Speichermöglichkeit ausgeglichen.

 
Fazit:
Mit Captain Bumper hat es MacRun geschafft, ein Familienfreundliches Spiel zu schaffen, welches durch herausragende Grafik und einem nicht minder tollem Soundtrack besticht. Der Preis von 25$ ist zwar etwas übertrieben, da einem nur 10 Level zur Verfügung stehen und man diese schon sehr bald durchgespielt hat, aber damit liegen die Schöpfer immer weit unter den Preisen von Kommerziellen Spielen. Weiter besticht es durch die X-Tauglichkeit und den geringen Systemanforderungen allgemein, leider aber fehlen dem Spiel noch wichtige Einstellungen wie das festlegen der Tasten. Alles in allem aber ein gelungenes Wochenendvergnügen.

 

Grafik 5
Sound&Musik 4
Preisleistung 3-1/2
Spielspaß 3
Performance 4
Gesamtwertung 4

Redaktion:

Philipp Stumpp